Lustiges & Sonstiges

Inhalt:

Was der Dirigent sagt....

Was das Orchester darf...

 

Orchester-Probe: der Dirigent...
..mal aufgemerkt, was Bläst und Streicht,
ich bitte um's Gehör vielleicht,
weil mich so mancher noch nicht kennt,
stell ich mich vor, als Dirigent.

Ich steh' hier vorne, ganz zentral
und wenn ich sag' "nu woll'n wir mal..."
dann mein' ich, dass wir uns jetzt sputen,
sowohl mit Streichen als auch Tuten.

Und wenn Sie wickeln von ihr'n Broten,
das Brotpapier, das mit den Noten,
dann könn'n wir auch und das bequem,
der Probe nun entgegen sehn.

Zuvörderst kommen jetzt sehr geile,
Andante-ma-non-troppo-Teile,
die dann in ein Adagio münden,
was Sie in ihren Noten finden.

Drauf folgt ein Presto mit viel Blech
und auch Getöse vornewech
und auf der Noten letzter Seite,
kommt das, was Freude stets bereite:

Das ist der Schluß, man nennt's Finale
da hör'n wir auf, mit einem Male!
Es wäre schön, wenn dies gelänge,
sonst gibt's am Ende so'n Gedränge.

Falls Sie in Ihren Notenbänden,
jedoch noch weit're Noten fänden,
dann wäre es vielleicht vonnöten
wenn zwischendurch Sie blättern täten.

Denn dieses wäre dann das Zeichen,
dass Sie erst späterhin erreichen,
das Ende von der Symphonie,
wir warten dann beim Bier auf Sie.

 

Die 10 Gebote eines Blasmusikers

1. Du sollst aus der Kapelle herauszuhören sein! Dein Instrument klingt am Besten. Wenn alle leise spielen, dann spiele Du volles Rohr.

2. Du sollst beim Spielen ein finsteres und grimmiges Gesicht machen, etwa so wie Al Bundy, wenn er seine Frau gesehen hat.

3. Du sollst bei den Musikproben fehlen. Sie sind nur für Minderbegabte, Du kannst das auch so. - Wenn Du trotzdem kommst, dann komme wenigstens zu spät! Man erkennt daran Deine Genialität. Außerdem ist das vornehm und hebt Dich aus dem gewöhnlichen Musikerpöbel heraus.

4. Du sollst den Anweisungen und den Erklärungen des Dirigenten nie folgen, denn sie gelten nur für die anderen. - Du weißt das ja längst alles besser und langweilst Dich. Es ist gut, wenn Du das durch Gebärden oder halblaute Bemerkungen zum Ausdruck bringst! Ebenfalls sollst Du den dirigierenden Dirigenten nie beachten - das verwirrt nur und ist schädlich für die Augen.

5. Du sollst nicht nach Noten spielen, denn Du hast Anspruch darauf, dass Dir Deine Stimme extra beigebracht wird - und damit basta! Jeder hat ein Recht auf freie Improvisation.

6. Du sollst Notenblätter und Bücher nach hinten klappen, sie knicken, rollen, fallen lassen und mit Bier besprengen, damit sie nicht vertrocknen und länger leben. Im übrigen geht Dich das Notenmaterial nichts an, das ist Sache des Notenausschusses!

7. Du sollst keine Gelegenheit versäumen, Dich mit dem Nachbarn zu unterhalten. Das belebt die Musikprobe und der Dirigent kann dann viel konzentrierter arbeiten! Wenn es doch passiert, dass Du eine Frage hast, dann stelle sie nie dem Dirigenten, denn der weiß weniger bescheid als der Nachbar.

8. Du sollst darauf achten, dass Deine Leistungen gebührend anerkannt werden. Kritisiere viel und weise stets darauf hin, dass es früher selbstverständlich besser war!

9. Du sollst nie vergessen, dass es ein besonderes Entgegenkommen von Dir ist, wenn Du überhaupt mitspielst und dass Du überhaupt der ideale Blasmusiker bist! Du spielst sowieso nur mit, weil das Antwortschreiben vom Bayrischen Rundfunkorchester, den Münchnern Philharmonikern und dem London Symphony Sound Orchestra noch nicht eingetroffen ist.

10. Du sollst keinen Unterricht mehr nehmen oder sogar daheim üben, das ist nur für Anfänger so gedacht. Außerdem geht durch ständiges Üben der Ansatz ganz kaputt.